Asmussen is out - Mainstream Medien wechseln Kurs
Spektakulär war die Revolution innerhalb der Herausgeber der FAZ als Folge der 2008 verursachten und gestalteten Krise: Denn Herausgeber Schirrmacher, den wohl die meisten Durchschnitts-Leser tief in der Mitte des konservativen Lagers verorteten, teilte öffentlich seine Enttäuschung, Empörung und Abkehr vom neoliberalen Staatsstreich mit. Die umfassende Aufgabe der Kopplung von Haftung/Lasten und Gewinne für Groß-Banken haben die politische Mitte vermutlich aber noch tiefer und nachhaltiger gespalten, als es der blutige Terror in den siebziger Jahren und die vielleicht voreilige Zuschreibung zur "RAF" beim linken Lager bewirkte. Dort verteilen sich die Wähler noch auf mehrere demokratische Parteien, ob dies auf der rechten Seite auch so geschieht, das ist offen.
Nun versuchen die Sprech-Zettel-Schreiber der wirklich großen Banken und ihre Empfänger in der Politik, durch Sachzwang-Schaffen und Abgeordneten-Überrumpelung, ihre permanente Geldmaschine mit letzten Kräften durchzusetzen. Dabei bietet auch ein Verfassungsschutz-Skandal günstige Ablenkung von den tatsächlichen Verfassungs-Veränderern. Am Ende werden ganze Staaten samt den wehrlosen Teilen ihrer Bevölkerungen Gewinne von Banken und Konzernen in unvorstellbarem Ausmaß erwirtschaften, Jahr für Jahr, ohne Begrenzung und Ausstiegsmöglichkeit. Dürfen Politiker ohne breite öffentliche Diskussion in einer Demokratie per Ewigkeitsklauseln wesentliche Teile der Demokratie außer Kraft setzen, zugunsten einer kleinen Gruppe ewiger Gewinnler, die zudem überwiegend nicht im eigenen Land zu finden sind?
Da wacht dann auch die Süddeutsche Zeitung auf, die uns heute, Wochen nach der Nacht-und-Nebel-Abstimmung mit 2/3 Mehrheit, aber ohne Kanzlermehrheit!, im Galopp das Nachholen einer seit über zehn Jahren geforderten Debatte bieten will. Herr Asmussen, so liest man in der Wochenendausgabe 28./29.7.2012, habe uns die Krise, die er vorgibt zu heilen, selbst eingebrockt. Sein Plädoyer für Verbriefungen wird erwähnt.
Vielleicht hat auch die Süddeutsche Zeitung ihre eigene missliche Situation selbst verschuldet? Seit rund 20 Jahren verkauft sie uns unter einem linksliberalen Mäntelchen die neoliberale Revolution. Mindestens eine Generation der Verlorenen wurde so produziert, die von der Wohlstandsentwicklung gezielt abgekoppelt wurden und unausweichlich vor der Altersarmut stehen werden. Nicht wegen des Rentensystems, deren Probleme wurden ebenfalls gezielt erst geschaffen, damit man sie mit "Sparen" bei Versicherungen mit zweistelligem Veraltungskosten-Anteil als Einzelner wieder ausgleichen darf. Vorn predigte uns Prantl Moral - übrigens in der Regel zutreffend - , durfte Herr Leyendecker einen kleinen oder mittleren Bösewicht enttarnen, und ansonsten kaschierte man die angeblich so notwendigen Verarmungsorgien. Für Fachleute nennt man das dann "innere Abwertung", ein Verarmungsprogramm für Millionen Menschen, aus denen sie sich auch durch Wahlen nicht befreien können.
Merkwürdig nur, dass bei jedem eiligen "Rettungsschritt" die immer gleiche kleine Gruppe verdient.
Nun wird auf Seite 2 der Süddeutschen Zeitung ganzseitig Herr Asmussen von 2006 kritisiert. Verbriefungen habe er damals empfohlen.
Für Naive: Herrn Asmussen kann Kritik nicht mehr treffen. Er ist angekommen. Den Job bei der EZB kann eigentlich nur noch ein Job im Herzen der Wall Street toppen und das Handeln von Asmussen heute wird nicht wirklich analysiert.
In der ganzseitigen Kritik teilt uns die Süddeutsche Zeitung nicht mit, was dringend getan werden müsste. Man stellt sich für eine Zeitspanne emotional auf die Seite der vielen Kritiker, auch und gerade unter den Wirtschaftswissenschaftlern. Warum?
Vermutlich sehen wir die "Verständigungs-Struktur", die von Heiner Geissler in Stuttgart erfolgreich erprobt wurde. Man könnte das angewandten oder pervertierten Habermas' nennen: Legitimation durch Verfahren. Wir spielen Demokratie und Ernst-Nehmen und lassen das Publikum oder eine "neutrale Institution" über einen Neben-Aspekt abstimmen. Gleichzeitig werden "Kommunikations"-Profis eingesetzt, die für das "richtige" Ergebnis der Abstimmung sorgen, falls der Bürger gefragt wird.
Bleibt die Frage: Meint die Süddeutsche Zeitung ihre Kritik ernst, oder wird bereits von Kommunikations-Experten an einem positiven Ausgang einer Volksabstimmung über den ESM/Fiskalpakt gearbeitet? Der Süddeutschen, so informierte Kreise, ist beides zuzutrauen.
Nun versuchen die Sprech-Zettel-Schreiber der wirklich großen Banken und ihre Empfänger in der Politik, durch Sachzwang-Schaffen und Abgeordneten-Überrumpelung, ihre permanente Geldmaschine mit letzten Kräften durchzusetzen. Dabei bietet auch ein Verfassungsschutz-Skandal günstige Ablenkung von den tatsächlichen Verfassungs-Veränderern. Am Ende werden ganze Staaten samt den wehrlosen Teilen ihrer Bevölkerungen Gewinne von Banken und Konzernen in unvorstellbarem Ausmaß erwirtschaften, Jahr für Jahr, ohne Begrenzung und Ausstiegsmöglichkeit. Dürfen Politiker ohne breite öffentliche Diskussion in einer Demokratie per Ewigkeitsklauseln wesentliche Teile der Demokratie außer Kraft setzen, zugunsten einer kleinen Gruppe ewiger Gewinnler, die zudem überwiegend nicht im eigenen Land zu finden sind?
Da wacht dann auch die Süddeutsche Zeitung auf, die uns heute, Wochen nach der Nacht-und-Nebel-Abstimmung mit 2/3 Mehrheit, aber ohne Kanzlermehrheit!, im Galopp das Nachholen einer seit über zehn Jahren geforderten Debatte bieten will. Herr Asmussen, so liest man in der Wochenendausgabe 28./29.7.2012, habe uns die Krise, die er vorgibt zu heilen, selbst eingebrockt. Sein Plädoyer für Verbriefungen wird erwähnt.
Vielleicht hat auch die Süddeutsche Zeitung ihre eigene missliche Situation selbst verschuldet? Seit rund 20 Jahren verkauft sie uns unter einem linksliberalen Mäntelchen die neoliberale Revolution. Mindestens eine Generation der Verlorenen wurde so produziert, die von der Wohlstandsentwicklung gezielt abgekoppelt wurden und unausweichlich vor der Altersarmut stehen werden. Nicht wegen des Rentensystems, deren Probleme wurden ebenfalls gezielt erst geschaffen, damit man sie mit "Sparen" bei Versicherungen mit zweistelligem Veraltungskosten-Anteil als Einzelner wieder ausgleichen darf. Vorn predigte uns Prantl Moral - übrigens in der Regel zutreffend - , durfte Herr Leyendecker einen kleinen oder mittleren Bösewicht enttarnen, und ansonsten kaschierte man die angeblich so notwendigen Verarmungsorgien. Für Fachleute nennt man das dann "innere Abwertung", ein Verarmungsprogramm für Millionen Menschen, aus denen sie sich auch durch Wahlen nicht befreien können.
Merkwürdig nur, dass bei jedem eiligen "Rettungsschritt" die immer gleiche kleine Gruppe verdient.
Nun wird auf Seite 2 der Süddeutschen Zeitung ganzseitig Herr Asmussen von 2006 kritisiert. Verbriefungen habe er damals empfohlen.
Für Naive: Herrn Asmussen kann Kritik nicht mehr treffen. Er ist angekommen. Den Job bei der EZB kann eigentlich nur noch ein Job im Herzen der Wall Street toppen und das Handeln von Asmussen heute wird nicht wirklich analysiert.
In der ganzseitigen Kritik teilt uns die Süddeutsche Zeitung nicht mit, was dringend getan werden müsste. Man stellt sich für eine Zeitspanne emotional auf die Seite der vielen Kritiker, auch und gerade unter den Wirtschaftswissenschaftlern. Warum?
Vermutlich sehen wir die "Verständigungs-Struktur", die von Heiner Geissler in Stuttgart erfolgreich erprobt wurde. Man könnte das angewandten oder pervertierten Habermas' nennen: Legitimation durch Verfahren. Wir spielen Demokratie und Ernst-Nehmen und lassen das Publikum oder eine "neutrale Institution" über einen Neben-Aspekt abstimmen. Gleichzeitig werden "Kommunikations"-Profis eingesetzt, die für das "richtige" Ergebnis der Abstimmung sorgen, falls der Bürger gefragt wird.
Bleibt die Frage: Meint die Süddeutsche Zeitung ihre Kritik ernst, oder wird bereits von Kommunikations-Experten an einem positiven Ausgang einer Volksabstimmung über den ESM/Fiskalpakt gearbeitet? Der Süddeutschen, so informierte Kreise, ist beides zuzutrauen.
Roger Dorfner - 28. Jul, 11:59